Die Renaissance der 90er: Warum wir jetzt wieder Baggy-Jeans und Choker lieben

Die leicht älteren Leserinnen von Modeschrei.de kennen diese (damals noch kleine Modesünde). Nämlich die Baggy-Jeans, die gefühlt eine ganze Größe zu weit waren, Choker eng um den Hals, Plattformen an den Füßen und Haare mit süssen Butterfly-Clips festgesteckt. Die 90er waren laut, bunt und haben sich um Figurregeln eigentlich so absolut gar nicht gekümmert. Und genau das lieben wir jetzt wieder. Weswegen wir von Modeschrei den Trend der 90er Jahre wieder aufleben lassen wollen.

Wer in den letzten Monaten durch die sozialen Medien gescrollt hat, dem dürfte aufgefallen sein: Der Look ist zurück. Nicht als müdes Zitat, sondern als echte Bewegung. Baggy-Jeans hängen wieder in den Regalen, Choker liegen wieder in den Schmuckabteilungen und irgendwie fühlt sich das alles sehr richtig an. Doch warum eigentlich?

Der Grund für das große Comeback

Mode funktioniert in Zyklen, das ist kein Geheimnis. Alle zwanzig bis dreißig Jahre schaut sie zurück und nimmt sich, was ihr gefällt. Doch die 90er-Renaissance ist mehr als nur ein Trend auf dem Laufsteg. Sie ist eine Reaktion auf Jahre voller körperbewusster Silhouetten, figurbetonter Cuts und dem ständigen Druck, Kurven zu kaschieren oder zu betonen.

Die 90er haben das anders gemacht. Weite Hosen, oversized Shirts, Layering-Looks und Accessoires ohne großes Wenn und Aber. Wer damals Baggy-Jeans trug, hat das getragen, weil es lässig war, weil es cool war und weil es einfach Spaß gemacht hat. Genau dieses Gefühl wollen wir uns zurückholen.

Welche Baggy-Jeans passt zu welcher Figur?

Nicht alle Baggy-Jeans sind gleich geschnitten. Es gibt Unterschiede, die entscheidend dafür sind, ob die Hose an euch gut aussieht oder nicht. Schaut euch vor dem Kauf genau an, wo die Hose weit geschnitten ist und ab welchem Punkt sie enger wird.

Wer kräftige Oberschenkel hat, greift am besten zu einer Baggy-Jeans, die auch am Oberschenkel Platz lässt, aber ab dem Knie gerader wird. So verschwinden die Oberschenkel unter dem Stoff und das Bein wirkt lang und gleichmäßig. Wer eher schmal in der Hüfte ist, darf es ruhig noch weiter nehmen. Ein wirklich oversized Schnitt gibt schmalen Figuren genau das, was ihnen fehlt: Kurven und Volumen.

Baggy-Jeans: Für wen eignen sie sich?

Jetzt kommt die Frage, die ihr euch alle stellt: Kann ich das auch tragen? Die kurze Antwort lautet ja. Die etwas längere Antwort lautet: Es kommt auf den Schnitt an.

Baggy-Jeans sind weite Hosen mit viel Stoff, lockerem Sitz an Hüfte und Oberschenkel und einem meist geraden oder leicht konisch zulaufenden Bein. Sie sind das Gegenteil der Skinny Jeans und genau deshalb so erfrischend. Wer jahrelang in engen Hosen gesteckt hat, weiß, wie befreiend ein bisschen mehr Platz sein kann.

Curvy Girls kommen mit Baggy-Jeans besonders gut weg, wenn sie auf diese Punkte achten:

  • Greift zu dunklen Waschungen. Dark Denim oder tiefes Indigoblau schmeicheln der Figur und wirken schlanker als helle Varianten.
  • Wählt eine Baggy-Jeans mit High Waist. Sie definiert die Taille, gibt dem Look Struktur und verhindert, dass die Hose einfach nach unten rutscht.
  • Kombiniert die weite Hose mit einem engen oder körpernahen Oberteil. Kontraste machen den Look aus.
  • Steckt das Oberteil in den Bund. Ein kleines Tuck-in, auch nur vorne, bringt die Taille ins Spiel und verhindert, dass der Look zu voluminös wirkt.

Schlanke Frauen können dagegen mehr experimentieren: helle Waschungen, weite Oberteile, Layering-Looks. Die Hose trägt bei ihnen nicht auf und gibt ihnen optisch mehr Volumen.

Choker: Klein, aber wirkungsvoll

Neben den Baggy-Jeans ist der Choker das zweite große Comeback-Stück der 90er. Wer ihn damals getragen hat, trägt ihn heute wieder. Und wer ihn damals verpasst hat, bekommt jetzt die zweite Chance.

Ein Choker ist ein enges Halsband, das direkt am Hals anliegt. Er gibt es in vielen Varianten: als schmales schwarzes Samtband, als breites Lederband, als filigranes Metallkettchen oder als Statement-Piece mit Anhänger. Und das Schöne daran: Er passt zu fast jedem Look.

Hier ein kurzer Überblick, wie ihr den Choker einsetzen könnt:

  • Zum lässigen Alltagslook: Schmales schwarzes Band zu Baggy-Jeans und weißem Tanktop.
  • Zum femininen Look: Filigranes Goldkettchen zu einem Midi-Kleid oder einer Bluse.
  • Zum rockigen Look: Breites Lederband zu Bootcut-Jeans und Bikerjacke.

Curvy Girls profitieren besonders vom schmalen Choker. Er zieht den Blick nach oben, betont das Gesicht und den Hals und gibt dem Outfit einen selbstbewussten Abschluss. Breite, klobige Modelle hingegen können den Hals optisch verkürzen. Achtet also auf feine bis mittelbreite Varianten.

Den kompletten 90er-Look zusammenstellen

Wer jetzt Lust bekommen hat, den Look vollständig umzusetzen, dem helfen ein paar einfache Kombinationsregeln. Das Gute ist: Ihr braucht keine komplett neue Garderobe. Wahrscheinlich habt ihr die meisten Teile schon.

Startet mit der Baggy-Jeans als Basis. Dazu kommt ein enges Tanktop oder ein schmales Rippshirt in Weiß, Beige oder einem kräftigen Farbton. Das Oberteil wird vorne leicht in den Bund gesteckt. Darüber kommt, wenn ihr wollt, eine offene Jeansjacke oder ein oversized Flanellhemd. Den Abschluss macht der Choker am Hals. Schuhe? Chunky Sneaker, Plateausandalen oder derbe Boots. Fertig.

Klingt einfach, weil es einfach ist. Genau das ist das Geheimnis der 90er: keine Kompliziertheit, kein Verstecken, keine Regeln. Nur ein Look, der Spaß macht und genau deshalb so gut funktioniert.

Fazit: Die 90er gehören euch

Ob ihr damals dabei wart oder nicht, spielt keine Rolle. Mode kennt keine Altersgrenzen und der 90er-Look schon gar nicht. Baggy-Jeans stehen großen und kleinen, schlanken und kurvig gebauten Frauen. Ihr müsst nur die richtige Version für euch finden. Und der Choker? Der passt sowieso zu allem.

Also: Nichts wie raus in die Läden, die weite Jeans anprobieren und den Choker dazu legen. Wer weiß, vielleicht wird das euer neues Lieblingsoutfit.

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